Du hast mich begeistert, Bodensee!

Es liegen fünf wunderbar entspannte Tage hinter mir. Ein Kurzurlaub am Bodensee. Da ich direkt in den vollgeladenen Alltag zurückgekehrt bin, fehlt mir aktuell die Zeit für einen längeren Blogbeitrag, doch möchte ich gerne schon mal einige Impressionen und Tipps mit Euch teilen.

Meersburg vom Schiff aus
Meersburg (Blick vom Schiff).

Es ist nicht einfach, kurzfristig eine Ferienwohnung am Bodensee zu ergattern. Wir hatten großes Glück. Dass diese wenigen Tage derart schön waren, lag ….

  • an meinen Mitreisenden: der Familie.
  • an unseren sympathischen Gastgebern: Eheleute Rauber.
  • an der Aussicht vom Balkon unserer Ferienwohnung: Bodensee und verschneite Alpen.
  • am schönen Urlaubsort: Immenstaad.
  • an der märchenhaften Blumeninsel Mainau.
  • an den vergnüglichen Schifffahrten zur Insel und zurück.
  • am interessanten und kinderfreundlich gestalteten Zeppelinmuseum in Friedrichshafen.
  • an der beeindruckenden Wallfahrtskirche Birnau.
  • an den netten und humorvollen Menschen, die am Bodensee leben.
  • natürlich auch am angenehm sommerlichen Wetter im Mai.

IMMENSTAAD

 

MAINAU

 

ZEPPELINMUSEUM

 

Als Wahl-Rheinländerin liebe ich die Region, in der ich lebe, aber den Blick auf Bodensee und Alpen hätte ich gerne hierher mitgenommen.

Tagsüber im Museum

museum-sind-nicht-fur-alle-daNachts ist in Museen bekanntlich mit allem zu rechnen. Ihr wisst schon, mit viel Fantasie – wie in den Filmen. Doch was, wenn die Realität selbst den krassesten Filmplot überbieten würde? Und zwar sogar bei Tageslicht! Kaum zu glauben, aber da scheint sich etwas zu verändern in den deutschen Museen. Etwas, das – so liest man – manche Zuständigen in kalten Schweiß ausbrechen lässt. Na, was könnte das sein?

Von Wegen zum Leben erwachte Statuen, Zombies, Außerirdische oder …. Obwohl, vielleicht wirken Legastheniker, körperlich Beeinträchtigte und *räusper* unterdurchschnittlich Intelligente auf höchst qualifizierte Museumsbosse und extrem fachkundige Besucher so ungewohnt, dass sie quasi als Wesen vom fernen Planeten wahrgenommen werden. Wer weiß? Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass dem so ist, daher brachte mich der kürzlich veröffentlichte Artikel „Deutsche Museen machen es ihren Besuchern nicht leicht. Die Angst vor dem offenen Haus für alle“ ins Grübeln. Denn vor allem die dort zitierte Frage, die der engagierten Museumspädagogin Birgit Baumgart gestellt worden war, schockierte mich beim Lesen. „Wollen Sie diese Leute wirklich im Museum haben?“ hatte man sie gefragt, als „Blinde, Gehörlose und Menschen mit kognitiven Schwierigkeiten“ zur Vernissage gekommen waren. Die Frage kam übrigens von einer Sammlungsleitern. Des Weiteren ist im Artikel zu lesen, dass die Museen zwar Kinder inzwischen als Zielgruppe erkannt hätten, Erwachsene mit gewissen Besonderheiten – wie beispielsweise höherem Alter – jedoch weiterhin nicht oder zu wenig berücksichtig würden. An dieser Stelle fiel mir etwas ein, das ich selbst mal beobachtet hatte.

Als in den Ferien schlechtes Wetter gemeldet war, fuhr ich mit meinen Kids bereits am Morgen ins Museum. Dort wurden zu dem Zeitpunkt die Cover von Die drei ??? ausgestellt. Für mich persönlich von geringem Interesse, aber was tut man nicht alles für den Nachwuchs, nicht wahr? So früh am Tage war in den Räumlichkeiten kaum jemand außer uns. Konkret: Eine Museumsangestellte, die sichtlich nichts von der Ausstellung verstand, zwei Teenager, die bald wieder gingen und eine ältere Besucherin, die sich mit der Thematik sehr gut auszukennen schien. Die große und schlanke alte Dame hatte nach einer Weile Mühe auf den Beinen zu stehen. Sie blickte auf die drei bunten Sitzsäcke, die man auf dem Boden drapiert hatte und erklärte der Museumsfrau: „Wissen Sie, hier ist einiges gut gemacht, aber die Sitzgelegenheiten sind nichts für alte oder geschwächte Leute.“ Wie wahr! Ich fühle mich jung und bin fit, aber die Sitzsäcke waren sichtlich für Kids und Teens gedacht. Sie standen dort, wo man sich per MP3-Player u. a. Interviews mit der Künstlerin Aiga Rasch anhören konnte. Wer sich hinsetzte, lag quasi auf dem Boden. Nebenbei: Mit der Technik kannte sich die (wirklich!) freundliche Mitarbeiterin leider nicht aus. Und versteht mich bitte nicht falsch, ich gebe dieser Frau keine Schuld daran. Die Museumsleitung sollte dafür sorgen, dass alle MitarbeiterInnen auf dem aktuellsten Wissensstand bezüglich betreffender Ausstellungen sind. So war die nette Frau zwar bei allem bemüht, aber zugleich leider überfordert. Eine blöde Situation auch für sie selbst.

Als Otto Normalbesucherin ohne kunsthistorisches Fachvokabular im Hirn, hätte ich mir niemals angemaßt eine Beurteilung der Ausstellung zu äußern. Buchcover in einer scheinbaren Einfachheit wie es nunmal typisch ist für DIE drei ??? ,  betrachte ich eher oberflächlich und entdecke daher nicht sofort deren Besonderheiten. Um es vorsichtig auszurücken. Aber ich habe stets die Absicht, ein Museum schlauer zu verlassen als ich es betreten habe. Daher blätterte ich in besagter Ausstellung ein dickes Buch durch, dessen Herausgeber sich intensiv mit den Covern befasst hatten. Nach der Lektüre war ich nicht wesentlich klüger als zuvor. Um ehrlich zu sein, war das Buch zwar schön gearbeitet, wirkte jedoch nicht übersichtlich genug, um GERNE darin zu recherchieren. Neben dem Buch hatten die fachkundigen Menschen vom Museum einen schnöden schwarzen Ordner hingelegt, der etwa 15 oder 20 in Schutzhüllen gesteckte Seiten enthielt. Von außen unattraktiv und innen wie primitive Collagen gestaltete Blätter. Was soll ich Euch sagen? Allein diesem Ordner habe ich zu verdanken, dass mich die Ausstellung plötzlich tatsächlich zu interessieren begann. Den Rest der Ausstellung betrachtete ich mit anderen Augen. Was der Ordner im Gegensatz zum Buch geboten hatte, möchtet Ihr wissen? Er enthielt beispielsweise Kopien alter Zeitungsausschnitte oder Werbeplakate, von denen sich die Künstlerin hatte inspirieren lassen. Zuerst sah man das ursprüngliche Bild (manchmal waren das mehrere Bilder; samt Quellenhinweis usw.) und dann das Ergebnis, also das entsprechende Buchcover. So simpel und doch so wichtig. Der direkte Vergleich, konkret und übersichtlich.

Jetzt denkt Ihr womöglich, es habe an mir gelegen und das Buch sei in Wahrheit deutlich besser als der blöde Ordner. Tja, das dachte ich auch. Doch dann sah und hörte ich, wie die kluge alte Dame mit der Museumsangestellten sprach. Zu dem Zeitpunkt hatte sie der Mitarbeiterin nicht nur spannende Hintergrundstorys über die Künstlerin erzählt (Wahnsinn, kannte sie sich aus!), sondern hatte sowohl das Buch als auch den Ordner unter die Lupe genommen. Nun standen die beiden Frauen also da und die alte Frau sagte: „Wissen Sie, dieser Ordner ist viel besser als das Buch. Hier wird deutlich, worum es überhaupt geht. Das Buch bringt es nicht rüber.“ Yes! Es lag also nicht an mir! Wenn eine derart bewanderte, intelligente und mit dem Thema vertraute Dame meine Meinung teilte, konnte ich beruhigt sein.

Insofern: Es geht nicht nur um besonders intelligente oder irgendwie benachteiligte Museumsbesucher, sondern um Menschlichkeit und die Frage, ob ein Museum nur zum Schauen oder auch zum Verstehen und Lernen ist. Wenn ein Museumsbesuch zum Erlebnis werden soll, bei dem man etwas vermittelt bekommt und/oder an das man sich später noch erinnert, dann müssen sich die Menschen hinter den Museumskulissen in ihre Besucher hineinversetzen. Und nein, liebe Museumsexpertinnen und Experten, ein Museum sollte nicht für eine ausgewählte Klientel, sondern für alle offen sein. Museen bedeuten Wissen und Bildung – also etwas, auf das jeder ein Anrecht hat. Wir sollten die heutigen Möglichkeiten nutzen und die Türen öffnen.

Um mit einem schönen Beispiel für einen Museumsbesuch abzuschließen, weise ich gerne auf meinen Blogpost über die Nacht der Museen hin. Viel Spaß beim nächsten Museumsbesuch! 🙂

Museumsnacht Koblenz 2016

Eine Nacht lang durch Museen streifen? Klingt für die meisten von uns vermutlich nicht sonderlich spannend. Ein Irrtum! In solchen Nächten verschmelzen erschaffene und gelebte Kultur miteinander – Kunstwerke werden ganz offensichtlich und spürbar zum Teil des (Nacht-)Lebens.

Am 3. September nahm ich zum ersten Mal an der Museumsnacht in Koblenz teil und staunte nicht schlecht: Nie zuvor hatte ich so viele Menschen am späten Abend in der Stadt gesehen. Kunstinteressierte jeder Altersstufe liefen mir über den Weg. Kein Wunder, denn die Zuständigen hatten auch an Kinder gedacht und ein ansprechendes Angebot für diese Zielgruppe vorbereitet.

Für Groß und Klein

Im Ludwig Museum durften Kinder und Teenager, nicht nur die coole Ausstellung „Erró – Private Utopia“ bestaunen und damit weltbekannte Comicfiguren neu entdecken, sondern selbst zu Künstlern werden. Ob beim Gestalten einer Maske oder eines eigenen Comics – hier konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

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Schön, wenn Kinder und Jugendliche im Museum selbst zu Künstlern werden dürfen.

Wenn kulturelle Einrichtungen zusammenarbeiten ….

Doch das Museum hatte noch mehr zu bieten, denn es machte nicht nur „sein eigenes Ding“, sondern arbeitete mit dem Theater Koblenz zusammen. So kam es, dass man als Besucher*in plötzlich von einer Figur aus dem Stück Volpone angesprochen wurde – oder, wie in meinem Fall, selbst eine der Figuren ansprechen konnte. Beweisfoto:

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Schauspielerin in ihrer Rolle aus Volpone und ich.

Die Darsteller vom Koblenzer Theater boten zudem „Speeddating“ mit den Kunstwerken. Tolle Improvisation.

Wenn die Kultur der Stadt an einem Strang zieht ….

Und wenn man dann aus dem Museum tritt, um zum nächsten zu schlendern und hungrig feststellt, dass am gleichen Abend ein Street-Food-Fest stattfindet …. Besser könnte es nicht sein, oder?

(In der Mediathek von TV Mittelrhein erfährt man mehr über die Ausstellung.)

Münzen für Cuxhaven

Spontan und kurz, aber schön und erholsam. So war mein erster Besuch in Cuxhaven. Ich habe Euch einige Bilder und neue Klischees mitgebracht.

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Die herrliche Promenade von Duhnen (Kurteil von Cuxhaven).

Während meines Aufenthalts, bewohnte ich mit meiner Familie eine Ferienwohnung in Duhnen. Das ist ein Nordseeheilbad und Stadtteil von Cuxhaven. Wir hatten großes Glück so kurzfristig eine gut ausgestattete und geschmackvoll eingerichtete zweigeschossige Wohnung zu bekommen. Vermutlich fühlten wir uns dort nicht zuletzt deshalb sehr wohl. Die herrliche Promenade trug ebenfalls dazu bei. Überhaupt ist Duhnen ein schönes Fleckchen Erde.

Geht es Euch auch so, dass Ihr an der Nordsee morgens viel früher wach werdet als zu Hause? Bei mir ist der Unterschied groß. Obwohl ich eine Nachteule bin, springe ich im Norden schon sehr früh topfit(!) aus den Federn und reiße fröhlich die Fenster auf, um die kühle Morgenluft hinein zu lassen. Genuss pur.

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Erste Tat des Tages: Balkontür aufreißen, um die herrliche Nordseeluft zu genießen.

Bis dato war ich nur im Frühling an der Nordsee gewesen. Mein Vater hatte vor einigen Jahren in Norddeich seinen 60. Geburtstag gefeiert. Daher war mir nicht klar, wann die Touristen im Sommer an den Strand gehen – also wie früh oder spät am Morgen. Wir hatten keine Lust lange herumzusitzen und gingen direkt nach dem Frühstück ans Meer. Zwar trafen wir unterwegs auf viele Leute, doch sie gingen definitiv in die falsche Richtung. Mit Brötchentüten beladen. Schnell stand fest: Die gehen in ihre Feriendomizile frühstücken. Entsprechend leer sah es dann am Strand aus. Wir hatten Sand und Watt quasi für uns allein. Umso besser, denn das Wetter war angenehm, so dass wir mit Crossminton in den Tag starten konnten. Unter uns: Das täte ich morgens gerne öfter. (Nicht, dass ich darin besonders gut wäre, aber es macht riesigen Spaß.)

Hier einige Impressionen von Duhnen:

Ausflugsziele: Kugelbake, Hafen, Windstärke 10

In Cuxhaven muss sich niemand langweilen. Unternehmen kann man hier viel, doch wir waren nicht lange genug vor Ort, um alles auszuprobieren. Eine Wanderung zur Kugelbake und ein sonniger Tag im Hafen sind uns erfreulicherweise gelungen. Ein Hinweis: Je näher man der Kugelbake kommt, desto windiger ist es. Jedenfalls musste ich mit Kraft gegen den Wind ankämpfen und hatte zwischendurch das Gefühl, gleich ins Wasser geweht zu werden. Das holzige Ungetüm ist nicht wirklich schön, aber einen Ausflug wert.

Im Reiseführer wird Familien der Fußweg von der Kugelbake zur Alten Liebe, einer Aussichtsplattform im Hafen von …. Cuxhaven, empfohlen. Passanten rieten uns jedoch davon ab. „Für Ihre Kinder wird das kein schöner Spaziergang!“, meinte eine Frau. „Das ist eine große Entfernung und unterwegs ist nichts Nennenswertes.“ Im Buch steht was vom grünen Strand und der Aussicht auf große Schiffe, aber der Wind war an dem Tag sehr stark. Wir bogen daher Richtung Kurpark ab. Ein Zufall, der uns in einen kleinen Tierpark führte.

Kinder freuen sich über derartige Umwege. Fun Fact: Im Kurpark fand zu dem Zeitpunkt ein Weinfest statt, auf dem (natürlich) Winzer von der Mosel und aus der Pfalz vertreten waren. Es war lustig zu sehen, wie ein Stück der eigenen Heimat woanders zu einer Besonderheit wird.

Wer in Cuxhaven ist, darf sich selbstverständlich nicht den Hafen entgehen lassen. Soviel ist klar. Ob zu Fuß, per Cuxliner oder mit dem eigenen Pkw – es lohnt sich einige Stunden im Hafen zu verbringen. Warum? Nicht nur wegen der bekannten „Alten Liebe“ (siehe oben), sondern auch wegen des guten Essens. Ich habe, weil schlechtes Wetter uns nach dem Fußmarsch zur Fahrt mit dem Funkmietwagen gedrängt hatte, den Taxifahrer nach einem guten Lokal gefragt. Sein Tipp lautete: „Wenn Sie guten Fisch essen wollen, empfehle ich Ihnen die kleine Fischkiste am Hafen. Ansonsten gibt es gutes Fleisch …. oder …..“ Vergesst den Rest, denn das Fischlokal ist tatsächlich einen Besuch wert. Hier könnt Ihr einen virtuellen Blick darauf werfen. (Großartige Website mit Infos zur Geschichte.) Wer Mitreisende im Gepäck hat, die ungern Fisch essen, braucht sich übrigens keine Sorgen zu machen, denn dort kann man auch Fleisch essen. Muss man aber nicht.

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Lockere Atmosphäre, köstlicher Fisch.

Impressionen vom Hafen möchte ich Euch auch nicht vorenthalten. Das erste Foto (von der Schifffahrtspolizei) ist zufällig entstanden, während ich auf der Alten Liebe stehend aufs Wasser blickte. Die drei weiteren Aussichten bekommt jeder zu sehen, der am Hafen spazieren geht. Nur nebenbei: Im Sommer kann ich die Eisdiele dort empfehlen. (Minze mit Schokosplittern, ich sage es Euch.)

Kaum, dass die kurze Reise geplant war, stand eines fest: Museum Windstärke 10 musste besucht werden. Neben a) „am Strand spielen und baden“, b) „im Strandkorb sitzen“ und c) „die Wellen im Ahoi! (DEM Freizeitbad) genießen“ zählte das Erlebnismuseum zu den Dingen, die in Cuxhaven auf jeden Fall absolviert werden sollten. Das war nicht meine Entscheidung, doch sie war gut. Hier erfährt man sowohl viel über den Fischfang (wie anstrengend ist das denn!) als auch über Schiffsunglücke. Es ist schon merkwürdig, sich den echten Notruf eines sinkenden Schiffes anzuhören und einen Augenblick später vor einer seiner geborgenen Türen zu stehen – mit dem Wissen, dass es keine Überlebenden gegeben hatte. Oder sich die großartige Sammlung eines Kaufmanns anzusehen, der Seemann werden wollte, es aber wegen seiner Eltern nicht durfte und daher alles sammelte, was mit der Seefahrt zu tun hatte. Irgendwie seltsam und zugleich menschlich.

Resümee meiner Kids: „Es war total schön. Wir raten Euch, dorthin zu fahren. Die Autofahrt ist zwar lang, aber es lohnt sich.“ Ähm, nur mal so: Die Fahrt war von uns aus etwas lang, aber das kommt natürlich darauf an, wo man wohnt. In Duhnen hatten wir zahlreiche Schweizer und Münchner getroffen, die folglich einen längeren Weg auf sich genommen hatten, aber dennoch mehr als zufrieden wirkten.

Neue Klischees müssen gepflegt werden

Ach, jetzt habe ich ganz vergessen die Herausforderungen zu nennen. Also:

  1. Die Bremer fahren wie Rowdies. Sie schneiden Dir einfach den Weg ab. Nicht wie im Rheinland, sondern so richtig bis auf den Millimeter. Du denkst, gleich kracht´s. Und dann bremst du, weil du keine andere Wahl hast. Mensch, Bremer*rinnen, ihr seid nicht in Paris!
  2. In Cuxhaven gibt es kein Kleingeld. Wirklich nicht! Die haben alle nur Scheine. Und wenn man mal irgendwo irgendwas bezahlen muss oder einen Euro für den Einkaufswagen benötigt, kann keiner wechseln. Ehrenwort. Mit der Rechnung kommt immer automatisch der Satz: „Haben Sie´s passend? Ich habe kein Kleingeld.“ Oder: „Ich kann/darf nicht wechseln.“ Nur Scheine, sage ich Euch. Am Imbiss vor dem Supermarkt konnte eine Dame kein Kleingeld wechseln, an der Kasse war es verboten und an der Info bekam man schließlich einen Chip für den Einkaufswagen, weil: „Kein Kleingeld da und auch sonst grundsätzlich nicht erlaubt“.

Nun ja, wir Rheinländer sind für jeden Schabernack zu haben, daher: Sammelt Münzen für Cuxhaven!!

(Psst, die im Norden sind echt nett. Habe es mal wieder festgestellt. Ich mag die Leute dort.)

Sagenhaft: STAR WARS Identities im Odysseum Köln

20150831_110008Sieben vergnügliche Stunden in einem Museum? Kaum zu glauben, aber das geht!

„Mama, in Köln wird es dieses Jahr STAR WARS Identities geben! Eine Ausstellung!“, teilte mir mein Sohn im Frühling mit. Irgendwann stand fest, dass wir an einem bestimmten Tag in den Sommerferien hinfahren würden. Das war vorgestern. Nun komme ich nicht umhin, Euch davon zu erzählen, weil ich so begeistert von unserem Besuch im Odysseum (dem Abenteuermuseum) bin. Der Einfachheit halber beginne ich mit der STAR WARS-Ausstellung.

Erschaffe deine STAR WARS-Identität!

Am Eingang zu STAR WARS Identities wird jeder Besucher mit Kopfhörer und Armband ausgestattet. Wie die meisten von Euch vermutlich bereits wissen, geht es beim Gang durch die Ausstellung darum, eine eigene Figur – einen Charakter – zu erstellen. Kurze Videos geben Einblicke in die Lebensverläufe und daraus resultierenden Eigenschaften von Luke und Anakin.

Neben den ausgestellten Figuren, Kostümen und Raumschiffen wirken auch die Erklärungen und Filmausschnitte inspirierend auf die eigene Kreation. Plötzlich geht es nicht nur um fiktive Geschöpfe, sondern auch um persönliche Lebenserfahrungen. Wie wurde ich erzogen? Was hat mich besonders geprägt? Natürlich muss man nicht zwangsläufig einen Charakter entwerfen, der einem selbst ähnelt. Wann sonst hat man die Möglichkeit, mal ein richtiger Fiesling zu sein und sich für die dunkle Seite der Macht zu entscheiden? Hier muss man nicht einmal ein Mensch bleiben, sondern kann beispielsweise zum Ewok werden.

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StarWarsIdentities_ola-skyspeeder_55e42e644f9cdAlle Entscheidungen, die man bezüglich seiner selbst erfundenen Identität trifft, werden auf dem Armband gespeichert. Wer mag, lässt sich das Ergebnis (Bild und Charaktererklärung) per E-Mail zuschicken. Das habe ich getan. Nur damit Ihr es wisst: Mein Name ist Ola Skyspeeder, und ich bin ein Jedi-Ritter.

Die Ausstellung eignet sich übrigens tatsächlich für jedes Alter. Ich habe dort nur begeisterte und interessierte Gesichter gesehen und hatte selbst viel Spaß

Das Abenteuermuseum mit der Maus

Hungrige Abenteurer können sich mit einem Mittagessen stärken oder einfach nur Starbucks-Kaffee trinken. Im Odysseum findet man, was man braucht. Danach kann es direkt weitergehen: Experimente bietet die Maus, im Auditorium einführt uns ein 3D-Film in die Welt der Dinosaurier und schließlich bleibt noch eine Wissensrallye durch die gekonnt gestalteten Räume „Leben“und „Erde“ zu bestehen. Wer das gesuchte Lösungswort herausfindet, erhält eine kleine Überraschung. Ein toller Tag für Kinder! (Und für Große.)

Mir ist wichtig, darauf hinzuweisen, wie bemerkenswert nett und zuvorkommend die Mitarbeiter im Odysseum sind! Da ich in diesem Bereich des Museums leider keine Fotos fürs Blog gemacht habe, baue ich an dieser Stelle ein erklärendes YouTube-Video ein:

Links:

Zukunftsstadt – Ein Besuch auf der MS Wissenschaft

Das Wissenschaftsjahr 2015 steht im Zeichen der Zukunftsstadt. Wusstet Ihr das? Ich nicht. Erst vor wenigen Wochen erfuhr ich davon, weil das Binnenschiff MS Wissenschaft in unserer Nähe Halt machte. Ein „Science Center“ auf einem Schiff? Mit einer Ausstellung zum Thema Zukunftsstadt? Das wollte ich mir nicht entgehen lassen.

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Auf ihrer Website erfährt man, wo sich die MS Wissenschaft aktuell befindet. Der Eintritt ist kostenlos und die gesamte Ausstellung barrierefrei. Kids können zu Blatt und Stift greifen (alles ist vor Ort vorhanden) und eine Aufgabe lösen, die ihre Aufmerksamkeit erfordert. Wer seine Sache gut macht, erhält ein Geschenk. (Unter uns: Die Mitarbeiter geben den Kleinen gerne auch eine zweite Chance. Aber psst!)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Womit sich die interaktive Ausstellung genauer befasst? Mit ….

  • Mobilität und Vernetzung,
  • Energie und Klima
  • Natur in der Stadt
  • neuen Wohnformen sowie
  • sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen.

Am Ende der Ausstellung kann man ein „Zukunftsselfie“ machen. Ein Selfie – in einer Kabine – zum Thema Zukunft. Was für eine Kombination! Oldschool und …. Zukunft? Witzig und ja, das scheint allen Besuchern zu gefallen.

Ob Radfahren, eigene Stadt bauen, im Feuerwehrhelm ein Video anschauen …. – wir hatten viel Spaß und haben so einiges gelernt. Weitere Eindrücke zur Ausstellung findet Ihr auch bei Twitter unter dem Hashtag #mswiss (und #Zukunftsstadt).

Links:

http://www.ms-wissenschaft.de

https://twitter.com/_mswiss

Zu Besuch in der Tuchfabrik Müller

Eine Stofffabrik als Museum, in dem noch produziert wird? Wo alles noch haargenau so aussieht wie 1961? Ja, das gibt es – in der Tuchfabrik Müller in Euskirchen. 20141207_142247 „Wenn es Ihnen bei uns gefallen hat, dann würden wir uns freuen, wenn Sie Ihren Freunden und Bekannten von diesem Museum erzählen würden. Wir sind nämlich nicht besonders bekannt“, sprach die herzliche Frau, die uns durch die Fabrik geführt hatte. Ich nickte. Meine Begeisterung war so groß, dass ich ohnehin zwischendurch fotografiert und getwittert hatte sowie bereits einen Blogbeitrag plante. Unglaublich, dass  dieses großartige Museum vergleichsweise unbekannt war. Daran möchte ich – nach Möglichkeit – etwas ändern und teile daher gerne einige Impressionen mit Euch.

Hier wird Familienfreundlichkeit großgeschrieben

Die Führungen durch die alte Fabrik sind bewundernswert kinderfreundlich.
Die Führungen durch die alte Fabrik sind bewundernswert kinderfreundlich.

Als die freundliche Museumsmitarbeiterin auf uns zukam, fiel mir sofort der Korb in ihrer Hand auf, in dem zwischen zahlreichen Utensilien eine Stoffmaus saß. Schon seltsam, wie groß die Wirkung solcher „Kleinigkeiten“ wie eines ansprechend gefüllten Korbes sein kann. Es verändert beispielsweise die Atmosphäre von fremd zu heimelig.

Als sei man mitten in einer Sachgeschichte aus der Sendung mit der Maus

Raum für Raum erfuhren wir, was sich alles im Korb befand: Schafwolle, spezielle Bürsten, Spulen … Unsere Kinder durften alles anfassen und unzählige Fragen stellen. In jedem Raum stand ein Mitarbeiter, der die Maschinen extra für uns einschaltete und diese gemeinsam mit seiner Kollegin erklärte. Ich staunte über das große Interesse meiner Kinder, die wirklich zu allem Fragen hatten. Je mehr sie wissen wollten, desto glücklicher wirkten die Fachleute. Sie hatten sichtlich Freude an ihrem Job und wir somit umso mehr Spaß, denn eine derart angenehme Atmosphäre muss man einfach genießen. Hier eine kleine Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch das ehemalige Wohnhaus der Familie Müller ist sehenswert. Dort gewinnt man einen Eindruck vom Arbeitsleben und Miteinander zwischen den Angestellten und dem Chef.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zusätzlich zur Führung durch die Fabrik und einem Besuch des Wohnhauses, empfehle ich auch einen Blick in die jeweilige Ausstellung. Dort kann man nämlich unter anderem die Kleidung vergangener Zeiten und alte Werbeprospekte sehen.

Wer Geschichte und Qualität zu schätzen weiß, kann die hier produzierten Produkte direkt vor Ort kaufen.
Wer Geschichte und Qualität zu schätzen weiß, kann die hier produzierten Produkte direkt vor Ort kaufen.

Abschließend ist es möglich, Kuscheldecken, Tablet-Taschen und andere Produkte zu erwerben, die in der alten Tuchfabrik hergestellt wurden. Oder man setzt sich ins integrierte Café und genießt hausgebackenen Kuchen oder frisch gebackene Waffeln. Für einen (Familien-)Ausflug ist alles da, was man braucht: zuvorkommendes Personal, spannende Führung, interessante Ausstellung und etwas für den Gaumen. Wer sich vorab ein noch genaueren Bild vom Museum machen möchte, findet hier ein entsprechendes Video dazu.