12 Dinge, an denen du merkst, dass du ein Social-Media-Freak bist

Achtung, die folgenden Punkte können als Warnhinweise dienen. Allerdings darf man sie auch als Anleitung verwenden, falls man schon immer mal ein Freak sein wollte. So oder so: Lesen bildet.Untitled design

Woran erkennst du also, dass du ein Social-Media-Freak bist?

  1. Du hast mehr Social-Media-Accounts als Socken.
  2. Auf der Straße sprichst du Leute mit ihren Twitter-Namen an. (Passiert mir ständig. Ist aber nicht schlimm, da diejenigen selbst *räusper* Freaks sind.)
  3. Du weißt schon vor den Betreffenden, dass ein Interview mit ihnen im Online-Magazin erschienen ist.
  4. Und den Artikel teilst du SOFORT in mehreren Netzwerken. Parallel.
  5. Du stehst mitten in der Nacht auf, um deinen Status zu ändern.
  6. Beim Aufwachen willst du nach dem Smartphone greifen, hälst es aber bereits in der Hand.
  7. Du weißt vor Facebook und Twitter, was trenden wird.
  8. Du suchst in der Tageszeitung die Share-Buttons.
  9. WTF ist eine Tageszeitung!?
  10. Man lädt dich zu Events ein, nur damit du sie online kommentierst.
  11. Mit Barcamp-Stickern kannst du dein Büro tapezieren.
  12. Dein Twitter-Name steht in deinem Personalausweis.

Digital-Allrounder? Habt keine Angst, seid ehrlich und fragt einfach!

Auch Profis wissen nicht alles. Seit Jahren bin ich aktiv im Netz unterwegs, aber seit einem Jahr beschäftige ich mich besonders intensiv mit dem Thema Digitalisierung und allem, was damit zusammenhängt. Einst dachte ich, Unternehmen, die damit werben, andere Betriebe diesbezüglich zu beraten, hätten auf jeden Fall Ahnung. Inzwischen ist mir klar geworden, dass das nicht zwangsläufig stimmt, denn unheimlich viele tun nur so als ob. Der große Bluff.

Zitat von Steve Job

Und plötzlich macht vieles Sinn

Bis vor wenigen Tagen war ich regelmäßig von Ratgeber-Blogs genervt, in denen Profis ihrer Leserschaft die Digitalisierung erklären. Über meine Abneigung gegenüber Buzzwords habe ich bereits gebloggt. Auch wenn mir der inflationäre Gebrauch dieser Begriffe weiterhin auf die Nerven geht, so habe ich doch inzwischen die Notwendigkeit dessen erkannt. Als netzaffiner Mensch, bewege ich mich automatisch unter Gleichgesinnten, das heißt unter Leuten, die beispielsweise wissen, wie Twitter funktioniert. Jedesmal wenn ich dort las, dass mal wieder jemand darüber gebloggt hat, warum Blogs für Unternehmen sinnvoll sind, verdrehte ich die Augen. Wie oft wollten diese Profis denn noch darüber schreiben?! Inzwischen ist mir klar, dass auch ich mich digital in einer Filterblase bewege, denn die Realität in der Wirtschaft da draußen sieht nunmal anders aus.

Seit fast einem Jahr bin ich als Co-Founder der Initiative Koblenz Digital unterwegs, organisiere Meetups, moderiere die Treffen und besuche diverse Veranstaltungen anderer, zum Beispiel, um unsere Community über das Angebot in der Region auf dem Laufenden zu halten. Letzteres ist nicht neu, denn seit ich in den sozialen Netzwerken aktiv bin, werde ich zu Events eingeladen, die sich (nicht nur) digitalen Themen widmen. Warum? Damit ich darüber twittere. Kein Witz! Immerhin haben die jeweiligen Veranstalter erkannt, dass es Vorteile bringt, Außenstehenden den Blick nach innen zu bieten – sie also in gewisser Weise am Event teilhaben zu lassen. Denn vielleicht kommen sie ja auf den Geschmack und sind beim nächsten Mal auch dabei? Kommen künftig doch mal ins Theater? Bauen einen persönlichen Bezug zum Produkt (z.B. Zeitung) auf? Jedenfalls werden zu diesem Zweck beispielsweise Blogger eingeladen, die die Veranstaltung durchs Netz jagen sollen. Über diese Kunst werde ich demnächst schreiben.

Hier möchte ich lediglich festhalten, dass Ratgeber-Blogs oder Tutorials zu digitalen Themen nicht etwa an Bedeutung verlieren, sondern weiterhin dringend benötigt werden. Das erkennt man spätestens, wenn sogenannte Leute vom Fach im Publikum neben dir sitzen und ständig auf dein Smartphone schielen, um herauszufinden, wie das mit Social Media eigentlich funktioniert. Aber nur die wenigsten von ihnen stehen dazu und fragen nach. Viel lieber werfen sie auf der Bühne mit Fachbegriffen um sich und tun so als ob sie etwas davon verstünden. Hauptsache, sie haben Statistiken und bunte Diagramme dabei.

Manche haben nicht die Ausstattung – bei anderen ist sie das Einzige

Schon verrückt, wie es hinter den Kulissen so mancher Unternehmen zugeht. Gewiss sitzen dort Leute vom Fach, aber das „Fach“ hat sich geändert und sie hinken den Veränderungen hinterher. Nun könnten sie sich fortbilden, aber digitale Themen liegen nicht jedem. Das vergessen manche Digitalexperten, die online so herrlich professionell auf Defizite hinweisen. Erinnert euch mal an den Matheunterricht in der Schule. Da hat es auch immer MitschülerInnen gegeben, die angestrengt lernten und trotzdem bestenfalls eine 4 bekamen.

Doch ob man kann und will oder nicht, hat man als Geschäftsführer immerhin die Möglichkeit, andere die Mathearbeit für sich schreiben …. digitalen Themen beackern zu lassen. Leute ausbilden und/oder Profis einstellen, ihnen vertrauen, Freiräume gewähren, sie den Rest des Teams coachen lassen – da gibt es eine Menge Optionen. Sogar jemanden von außen könnte man fragen. Aber wer macht das schon? Welche Agentur gibt sich die Blöße, zuzugeben, dass sie in Sachen Social Media so gut wie keine Ahnung hat? Dass Pressemeldungen kein Problem für sie sind, aber Online-PR ein riesiges Fragezeichen für sie darstellt? Wer gibt zu, dass er zwar ein hammermäßiges Equipment hat, super fotografieren und für die Kunden filmen kann, aber nicht weiß, wie die sozialen Netzwerke funktionieren?

Die einen wissen nicht, wie man Content erstellt, andere wiederum nicht, wie man ihn richtig nutzt und verbreitet.

Lasst euch keine Angst machen!

Auf der IT2KO saß ich in einem Vortrag, an dessen Ende der Redner in etwa sagte: „Leider wird bezüglich Digitalisierung viel mit Angst gearbeitet. Wir brauchen keine Angstmacherei, sondern Mut.“ So ist es. Ich freue mich jedesmal, wenn ich jemanden so sprechen höre, denn zum Glück haben es inzwischen einige erkannt. Ständig und überall wird Druck auf die Menschen ausgeübt – auf Betriebe und auf Privatpersonen. Wie wäre es stattdessen mit positiven Beispielen, die Mut machen?

Denn wie wirkt sich Druck auf uns aus? Genau: kontraproduktiv! Welchen Einfluss hat Angst auf uns? Sie blockiert uns! Was wir in Zeiten der Digitalisierung brauchen, ist jedoch keine innere Bremse und Abwehrhaltung, sondern Offenheit, Reflexion und Freiheit. Denn jeder von uns sollte für sich entscheiden dürfen, was er mitmacht und was nicht. Was für sein Unternehmen notwendig ist und was unnötig oder gar kontraproduktiv wäre. Da vieles inzwischen jedoch viel zu komplex ist, um für jeden von uns einfach verständlich zu sein, benötigen wir mitunter Hilfe – nämlich den Rat von Fachleuten. Das können zum Beispiel Menschen sein, die uns erklären, wie wir als Privatpersonen unsere eigenen Daten oder als Unternehmen die Daten unserer Kunden besser schützen könnten. Ganz egal, um welches Thema auf dem Feld der Digitalisierung es sich handelt, entscheidend ist etwas anderes: Vertrauen. Wen können wir tatsächlich fragen, ohne das er uns belügt oder hintergeht? Wer berät eigentlich gut?

Nur da, wo ohne Überheblichkeit miteinander kommuniziert wird und der Fragende Respekt erfährt, kann wirklich von Unterstützung die Rede sein.

Auf sieben Punkte gebracht

  • Unternehmen wollen innovativ sein, aber dafür müssten sie zunächst für Entspannung im Team sorgen und einen guten Umgang miteinander pflegen, um den Mitarbeitern genügend Freiräume zu gewähren. Ohne Freiräume und eigene Verantwortung können keine fruchtbaren Ideen entstehen.
  • Nicht jedes Unternehmen benötigt das, was die anderen haben. Deshalb ist Beratung von außen so sinnvoll. Denn manchmal ist weniger mehr.
  • Schulen sollen Kids auch digital bilden? Prima, aber dafür genügt es nicht, ihnen ein Tablet in die Hand zu drücken. Die Vermittlung von Werten ist in Zeiten „sozialer“ Netzwerke notwendiger denn je. Um nur ein Beispiel zu nennen.
  • Privatpersonen sollen sich unabhängig von ihrem Alter auch digital zurechtfinden? Tja, wer das ernst meint, wem tatsächlich die Alten oder wie auch immer Benachteiligen nicht gleichgültig sind, der sollte etwas für sie tun. Für uns als Gesellschaft also. Und auch hier gilt: Man muss sich auf die Menschen, ihre Probleme und Fragen einlassen.
  • Fragen kostet (zunächst) nichts. Steht dazu, wenn ihr etwas nicht wisst und lasst euch helfen. Denn diejenigen, die euch helfen, mussten früher auch jemanden fragen und werden es morgen wieder tun. Nur so lernt man dazu.
  • Niemand muss alles an der Digitalisierung toll finden! Ein reflektierter Umgang mit allem Neuen und eine kritische Haltung sind auch hier gefragt. Privat und am Arbeitsplatz. Es lohnt sich, Dinge zu testen, bevor man sie als „Mist“ abtut. Zugleich bedeutet das aber nicht, das man auf jede Sau springen muss, die durchs Dorf getrieben wird. (In punkto Informationsquellen wird sich hoffentlich noch so einiges in den kommenden Jahren bewegen. Spreu von Weizen ..)
  • Innovationen werden von Menschen gemacht und sollen uns Menschen dienen. Thematisiert das. Schreibt und diskutiert darüber – und nehmt einander ernst!
  • Es gibt keine Digital-Allrounder. Frei nach Fontane: Digitalisierung ist ein weites Feld. Hier kann jeder auf seinem Gebiet ein Profi sein – und niemand in allem.
  • ❤️ Teamwork.

 

 

Slides: Empathie ist kein Hashtag

Bildschirmfoto 2017-03-29 um 17.16.21BarCamps sind eine feine Sache. Über meine erste Teilnahme an einer derartigen „Unkonferenz“ habe ich euch vor fast einem Jahr hier berichtet, doch etwas Wesentliches habe ich noch nachzuholen. Was es ist? Die Folien zur Session, die ich beim BarCamp Koblenz gehalten habe. Titel: Empathie ist kein Hashtag. Digitale Kommunikation und reale Gefühle. Zweifellos ein Thema, das weiterhin aktuell ist.

Um keinen langweiligen Vortrag zu halten, sondern die Session möglichst lebendig zu gestalten, habe ich beispielsweise Videos eingebaut – ein großartiges zum Unterschied zwischen Empathie und Sympathie (Folie 21) und ein Musikvideo (Folie 35). Außerdem bekommt ihr  exklusive Emojis zu sehen, die nicht grundlos der Kabarettistin Gerburg Jahnke ähneln. 🙂

Na, Lust auf ein BarCamp bekommen? Hier gibt es eine Liste aller BarCamps 2017.

write, print, scan …. repeat

Alle sprechen von Digitalisierung und großartigen technischen Errungenschaften. Sie nennen es Fortschritt und nutzen diesen zur Vereinfachung von Arbeitsabläufen in ihren Unternehmen. Oder etwa nicht? Müsste man eigentlich glauben, doch die folgenden Storys zeugen, sagen wir mal ganz vorsichtig, vom Gegenteil.

Online-Bewerbungen haben ihre Vorzüge. Eigentlich.

Eine Freundin von mir bewarb sich mal bei einem IT-Unternehmen per E-Mail, weil das so erwünscht war. Wenige Wochen später steckte ein DINA4-Umschlag in ihrem Briefkasten. Verwundert öffnete sie das Kuvert und hielt einen Stapel Papier mit ihrer ausgedruckten Bewerbungsmappe in der Hand. Darauf lag das Anschreiben von der Firma, bei der sie sich online beworben hatte: „Hiermit schicken wir Ihnen Ihre Bewerbungsunterlagen zu unserer Entlastung zurück.“ Meine Freundin:

Ich war so froh, dass sie mich abgelehnt haben!

Gewöhnlicher Büro-Alltag früher und heute

Stellen wir uns die folgende Szene vor: Der junge Chef eines großen Unternehmens verfasst ein Rundschreiben an alle Mitarbeiter und mailt es seiner Sekretärin. Die Sekretärin druckt das Schreiben aus und geht mit dem Blatt zum Chef, damit dieser unterschreibt. Mit dem signierten Blatt geht sie zum Scanner und scannt das Schreiben ein. Nun hat sie es wieder schön digital und mailt es an sämtliche Mitarbeiter. So war es 1996. Büroalltag 2017.

papier_digitalisierung_2017

Nicht genug? Na gut. Take this:

„Also wenn bei uns eine interne Veranstaltung geplant wird, läuft Kollegin XY durch die Gänge und sammelt Unterschriften. Wer kommt zum Event? Mit wie vielen Personen? Ist die Tabelle erstmal ausgefüllt, wird der Inhalt abgetippt, digital bearbeitet und dann zum Aushängen wieder ausgedruckt.“

(verzweifelter Informatiker)