Münzen für Cuxhaven

Spontan und kurz, aber schön und erholsam. So war mein erster Besuch in Cuxhaven. Ich habe Euch einige Bilder und neue Klischees mitgebracht.

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Die herrliche Promenade von Duhnen (Kurteil von Cuxhaven).

Während meines Aufenthalts, bewohnte ich mit meiner Familie eine Ferienwohnung in Duhnen. Das ist ein Nordseeheilbad und Stadtteil von Cuxhaven. Wir hatten großes Glück so kurzfristig eine gut ausgestattete und geschmackvoll eingerichtete zweigeschossige Wohnung zu bekommen. Vermutlich fühlten wir uns dort nicht zuletzt deshalb sehr wohl. Die herrliche Promenade trug ebenfalls dazu bei. Überhaupt ist Duhnen ein schönes Fleckchen Erde.

Geht es Euch auch so, dass Ihr an der Nordsee morgens viel früher wach werdet als zu Hause? Bei mir ist der Unterschied groß. Obwohl ich eine Nachteule bin, springe ich im Norden schon sehr früh topfit(!) aus den Federn und reiße fröhlich die Fenster auf, um die kühle Morgenluft hinein zu lassen. Genuss pur.

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Erste Tat des Tages: Balkontür aufreißen, um die herrliche Nordseeluft zu genießen.

Bis dato war ich nur im Frühling an der Nordsee gewesen. Mein Vater hatte vor einigen Jahren in Norddeich seinen 60. Geburtstag gefeiert. Daher war mir nicht klar, wann die Touristen im Sommer an den Strand gehen – also wie früh oder spät am Morgen. Wir hatten keine Lust lange herumzusitzen und gingen direkt nach dem Frühstück ans Meer. Zwar trafen wir unterwegs auf viele Leute, doch sie gingen definitiv in die falsche Richtung. Mit Brötchentüten beladen. Schnell stand fest: Die gehen in ihre Feriendomizile frühstücken. Entsprechend leer sah es dann am Strand aus. Wir hatten Sand und Watt quasi für uns allein. Umso besser, denn das Wetter war angenehm, so dass wir mit Crossminton in den Tag starten konnten. Unter uns: Das täte ich morgens gerne öfter. (Nicht, dass ich darin besonders gut wäre, aber es macht riesigen Spaß.)

Hier einige Impressionen von Duhnen:

Ausflugsziele: Kugelbake, Hafen, Windstärke 10

In Cuxhaven muss sich niemand langweilen. Unternehmen kann man hier viel, doch wir waren nicht lange genug vor Ort, um alles auszuprobieren. Eine Wanderung zur Kugelbake und ein sonniger Tag im Hafen sind uns erfreulicherweise gelungen. Ein Hinweis: Je näher man der Kugelbake kommt, desto windiger ist es. Jedenfalls musste ich mit Kraft gegen den Wind ankämpfen und hatte zwischendurch das Gefühl, gleich ins Wasser geweht zu werden. Das holzige Ungetüm ist nicht wirklich schön, aber einen Ausflug wert.

Im Reiseführer wird Familien der Fußweg von der Kugelbake zur Alten Liebe, einer Aussichtsplattform im Hafen von …. Cuxhaven, empfohlen. Passanten rieten uns jedoch davon ab. „Für Ihre Kinder wird das kein schöner Spaziergang!“, meinte eine Frau. „Das ist eine große Entfernung und unterwegs ist nichts Nennenswertes.“ Im Buch steht was vom grünen Strand und der Aussicht auf große Schiffe, aber der Wind war an dem Tag sehr stark. Wir bogen daher Richtung Kurpark ab. Ein Zufall, der uns in einen kleinen Tierpark führte.

Kinder freuen sich über derartige Umwege. Fun Fact: Im Kurpark fand zu dem Zeitpunkt ein Weinfest statt, auf dem (natürlich) Winzer von der Mosel und aus der Pfalz vertreten waren. Es war lustig zu sehen, wie ein Stück der eigenen Heimat woanders zu einer Besonderheit wird.

Wer in Cuxhaven ist, darf sich selbstverständlich nicht den Hafen entgehen lassen. Soviel ist klar. Ob zu Fuß, per Cuxliner oder mit dem eigenen Pkw – es lohnt sich einige Stunden im Hafen zu verbringen. Warum? Nicht nur wegen der bekannten „Alten Liebe“ (siehe oben), sondern auch wegen des guten Essens. Ich habe, weil schlechtes Wetter uns nach dem Fußmarsch zur Fahrt mit dem Funkmietwagen gedrängt hatte, den Taxifahrer nach einem guten Lokal gefragt. Sein Tipp lautete: „Wenn Sie guten Fisch essen wollen, empfehle ich Ihnen die kleine Fischkiste am Hafen. Ansonsten gibt es gutes Fleisch …. oder …..“ Vergesst den Rest, denn das Fischlokal ist tatsächlich einen Besuch wert. Hier könnt Ihr einen virtuellen Blick darauf werfen. (Großartige Website mit Infos zur Geschichte.) Wer Mitreisende im Gepäck hat, die ungern Fisch essen, braucht sich übrigens keine Sorgen zu machen, denn dort kann man auch Fleisch essen. Muss man aber nicht.

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Lockere Atmosphäre, köstlicher Fisch.

Impressionen vom Hafen möchte ich Euch auch nicht vorenthalten. Das erste Foto (von der Schifffahrtspolizei) ist zufällig entstanden, während ich auf der Alten Liebe stehend aufs Wasser blickte. Die drei weiteren Aussichten bekommt jeder zu sehen, der am Hafen spazieren geht. Nur nebenbei: Im Sommer kann ich die Eisdiele dort empfehlen. (Minze mit Schokosplittern, ich sage es Euch.)

Kaum, dass die kurze Reise geplant war, stand eines fest: Museum Windstärke 10 musste besucht werden. Neben a) „am Strand spielen und baden“, b) „im Strandkorb sitzen“ und c) „die Wellen im Ahoi! (DEM Freizeitbad) genießen“ zählte das Erlebnismuseum zu den Dingen, die in Cuxhaven auf jeden Fall absolviert werden sollten. Das war nicht meine Entscheidung, doch sie war gut. Hier erfährt man sowohl viel über den Fischfang (wie anstrengend ist das denn!) als auch über Schiffsunglücke. Es ist schon merkwürdig, sich den echten Notruf eines sinkenden Schiffes anzuhören und einen Augenblick später vor einer seiner geborgenen Türen zu stehen – mit dem Wissen, dass es keine Überlebenden gegeben hatte. Oder sich die großartige Sammlung eines Kaufmanns anzusehen, der Seemann werden wollte, es aber wegen seiner Eltern nicht durfte und daher alles sammelte, was mit der Seefahrt zu tun hatte. Irgendwie seltsam und zugleich menschlich.

Resümee meiner Kids: „Es war total schön. Wir raten Euch, dorthin zu fahren. Die Autofahrt ist zwar lang, aber es lohnt sich.“ Ähm, nur mal so: Die Fahrt war von uns aus etwas lang, aber das kommt natürlich darauf an, wo man wohnt. In Duhnen hatten wir zahlreiche Schweizer und Münchner getroffen, die folglich einen längeren Weg auf sich genommen hatten, aber dennoch mehr als zufrieden wirkten.

Neue Klischees müssen gepflegt werden

Ach, jetzt habe ich ganz vergessen die Herausforderungen zu nennen. Also:

  1. Die Bremer fahren wie Rowdies. Sie schneiden Dir einfach den Weg ab. Nicht wie im Rheinland, sondern so richtig bis auf den Millimeter. Du denkst, gleich kracht´s. Und dann bremst du, weil du keine andere Wahl hast. Mensch, Bremer*rinnen, ihr seid nicht in Paris!
  2. In Cuxhaven gibt es kein Kleingeld. Wirklich nicht! Die haben alle nur Scheine. Und wenn man mal irgendwo irgendwas bezahlen muss oder einen Euro für den Einkaufswagen benötigt, kann keiner wechseln. Ehrenwort. Mit der Rechnung kommt immer automatisch der Satz: „Haben Sie´s passend? Ich habe kein Kleingeld.“ Oder: „Ich kann/darf nicht wechseln.“ Nur Scheine, sage ich Euch. Am Imbiss vor dem Supermarkt konnte eine Dame kein Kleingeld wechseln, an der Kasse war es verboten und an der Info bekam man schließlich einen Chip für den Einkaufswagen, weil: „Kein Kleingeld da und auch sonst grundsätzlich nicht erlaubt“.

Nun ja, wir Rheinländer sind für jeden Schabernack zu haben, daher: Sammelt Münzen für Cuxhaven!!

(Psst, die im Norden sind echt nett. Habe es mal wieder festgestellt. Ich mag die Leute dort.)

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3 Gedanken zu “Münzen für Cuxhaven

  1. Hallo Alexandra,
    das ist aber unfair:-) wir kommen vom Norden und hinter Münster bis HB ,HH und Kl fahren sie endlich normal und freundlich, nicht wie im Rheinland wo 50 km/H für jeden Reifen gilt.. Wir freuen uns immer wenn wir nach norden kommen da ist Autofahren halb so anstrengend.
    LG KuR

    1. Witzig, wie unterschiedlich wir das wahrnehmen. Als Raser würde ich die Nordlichter allerdings auch nicht bezeichnen, aber im Stadtverkehr sind insbesondere die Bremer schlimmer als …. ich. 🙂

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