Phänomen GP-Maus und Wünsche zum Weltfrauentag

Achtung, der folgende Text ist böse und richtet sich gegen Frauen. Ich schäme mich zutiefst.

GP-Mäuschen*, kennste? Kennste? Ja, das wäre was für Mario Barth. Ursprünglich wollte ich einen Text über starke Frauen schreiben, doch plötzlich kamen alte Erinnerungen an nervige Mädels aus meiner Studienzeit wieder hoch.

Da wird man von den Eltern zu einer selbstbewussten und unabhängigen Frau erzogen, die Wert auf Bildung legt und etwas erreichen möchte…. Und dann landet man in der Uni. Keine Pointe. Es war verwirrend für mich zu sehen, wie viele junge Frauen über den Campus liefen und in einigen Seminaren neben mir saßen, obwohl sie eigentlich nur Modekataloge anschauen und kleine Herzchen in Notizhefte zeichnen wollten. Nicht mal in der Oberstufe hatte es so viele von ihnen gegeben. Woher kamen die alle?! Diese süßlich jauchzenden Weibchen mit schrillen Stimmen und Stofftieren an ihren Mäppchen konnte ich kaum aushalten. In den Germanistik-Seminaren, die ich mit ihnen teilte, klimperten sie ständig mit den Wimpern, kämmten sich die Haare und unterhielten sich über Diddle. Wirklich! Das verfolgte mich noch jahrelang in meinen Albträumen. Am schlimmsten war, dass sie großartig in ein unvorteilhaftes Bild von uns Frauen passten: leicht zu beeindrucken und einfach wieder loszuwerden. Toll für Männer, schlecht für Frauen mit Grips und Selbstachtung.

Wenn die Herren der Schöpfung ein leichtes Spiel gewohnt sind, schließen sie automatisch von einer Frau auf die andere. Im Grunde schaden wir Frauen uns selbst – aber das ist ein anderes Thema. Zurück zu den Oberflächlichkeiten. Manche der Mäuschen putzten sich besonders heraus (wogegen ich nichts sagen kann, da auch ich Wert auf ein gepflegtes Äußeres lege), andere glänzten einfach nur mit Desinteresse am Wissenserwerb. DAS enttäuschte mich. Glücklicherweise besuchte ich überwiegend Seminare, in denen keine bis wenige Mäuschen saßen. In Politikwissenschaft waren wir grundsätzlich nicht mehr als vier Frauen (davon zwei Rentnerinnen).

Let it rock, Baby!

Am angenehmsten waren die besonders anspruchsvollen Veranstaltungen, um die sich so manche(r) drückte (z.B. „Politische Denker“) und Seminare mit Namen wie „Literatur am Rande des guten Geschmacks“ (über Geschmacklosigkeiten wie Sex, Drugs & Rock´n´Roll in Buch und Film – ein Herz für den Prof!). Wer hier saß, war interessiert UND auf eine angenehme Art schräg. Weit und breit keine Kuscheltiere in Sicht.

Umso nervenaufreibender verlief so manche Veranstaltung im Bereich Linguistik (sehr hoher Mäuschenanteil!). Hier durfte ich mich in Toleranz üben. Vorne sprach meine Lieblingsdozentin (bodenständige Powerfrau, die den anspruchsvollsten Stoff in einfachen Worten erklärte und mit tollen Gags untermauerte), aber die Mädels, die immer im Zweiergespann und grundsätzlich mit im gleichen Ton gefärbten Haaren samt einheitlicher Frisur in meiner Nähe saßen, konzentrierten sich auf Themen wie Bleistifte mit Plüsch-Topper. Nur gut, dass ich auch taffe Lehramtsstudentinnen kannte, sonst wäre ich vermutlich verzweifelt. Die unreifen Mädels mit den nervigen Stimmen wollte ich mir vor keiner Schulklasse vorstellen. Sie sprachen miteinander(!), als ob sie selbst noch Kleinkinder seien. Ihr wisst schon, so wie manche Leute die Stimme verstellen, wenn sie die Aufmerksamkeit eines Babys erlangen wollen. Einige der Mädels sagten, dass sie gar nicht unterrichten möchten.

„Ich studiere das nur, um ein abgeschlossenes Studium in der Tasche zu haben, wenn ich mich bei den Medien bewerbe“, erzählte mir mal eine von ihnen. Was wollte sie werden – Moderatorin? Herrje, ich fürchte, dass sie jetzt doch Kinder unterrichtet. Schlimme Vorstellung. Andererseits sah sie gut aus und hat daher vielleicht einen Job bei einem TV-Sender bekommen, den ich nicht schaue. RTL2 vielleicht? Ein Hoffnungsschimmer. Dort kann sie niemandem einen Schaden zufügen, der nicht schon einen hat.

Zum Weltfrauentag

Morgen ist Weltfrauentag. Wenn ich mir in dem Zusammenhang etwas wünschen dürfte, dann wäre es, dass ….

  • …. Mütter und Väter ihren Töchtern vermitteln, was Selbstachtung bedeutet,
  • …. Männer, die Frauen als Ware betrachten, nicht toleriert werden,
  • …. Frauen sich mehr zutrauen,
  • …. Frauen ihr eigenes Verhalten hinterfragen (Zu welchem gesellschaftlichen Frauenbild trägst du selbst bei?)
  • …. Mütter aufhören nach Fehlern bei anderen Müttern zu suchen,
  • …. Männer und Frauen einsehen, dass frau sich feminin kleiden UND emanzipiert sein kann, aber vor allem, dass
  • …. Frauen gut zu einander sind.

Ich glaube, dass der letzte Punkt zu den wichtigsten gehört. Es kann noch so viele faire Männer geben – wenn Frauen sich immer nur als Konkurrentinnen betrachten und in allem Vergleichen (Figur, Job, Mann, Kinder!), bringt es nichts. Auch Männer können intrigieren, erniedrigen und schaden, aber wenn Frauen das anderen Frauen antun, finde ich es noch schlimmer. Gönnen wir einander doch mal was.

 

(*GP-Mäuschen: Hierbei geht es nicht um kluge, wissbegierige Frauen, die Grundschulpädagogik studieren (wie meine Freundinnen damals), sondern um ein bestimmtes Bild, das auf einen Teil der Studentinnen zurückzuführen ist: jung, eventuell attraktiv, häufig teilnahmslos, aber willig. Männliche Studenten (anderer Studiengänge) bedienen sich des Begriffs, weil sie sich ihnen überlegen fühlen. Mögliches Synonym: „leicht zu beeindrucken“. Leider trifft er tatsächlich manchmal zu: bei jungen Frauen, die darauf warten, vom Kater gefressen zu werden. Miau!)

 

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Ein Gedanke zu “Phänomen GP-Maus und Wünsche zum Weltfrauentag

  1. Schöne Zusammenfassung der wirklich gehäuft in sprachlichen Fächern auftretenden Damenwelt. Ich kann nur zustimmen, ein Schlüsselerlebnis diesbezüglich war einmal eine Vorlesung für Geschichte, die offensichtlich mit einem Seminar für Spanisch den Raum getauscht hatte. Der Typ Frauen (und ja, es waren 90% weibliche Wesen, die in den Raum gestöckelt kamen) deckt sich in etwa mit deinen GP-Mäuschen, wobei ich über ihre Gesprächsthemen wenig sagen kann 😉

    Die gesamte Bandbreite an Studententypen bekam man eh in erziehungswissenschaftlichen Veranstaltungen mit. Bei diesen Massenevents fielen die beschriebenen Stimmlagen dann erst recht auf.

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