Wie sehen #WomeninBusiness aus?

Ich habeNach einem passenden Foto gesucht.-2Wird jetzt der Gammellook salonfähig? Die neueste Mission im Netz heißt: #WomeninBusiness. EDITION F und die Foto-Community EyeEm haben klischeehafte Stockfotos satt und fordern uns Leserinnen dazu auf, authentische Bilder von Frauen „im Business“ zu sammeln. Im entsprechenden Blogpost heißt es: „Wir wollen die bisherige Stereotype herausfordern und die Perspektive auf Frauen in der Arbeitswelt verändern.“  Zur Verdeutlichung sind Beispiele für die von ihnen kritisierten Fotos im Text eingebaut, die Frauen in Bleistiftröcken und/oder Blusen zeigen. Sehen Business-Frauen denn nicht so aus? Gefragt wird jedenfalls nach Frauen, die „in Windeseile Klamotten aus dem Schrank ziehen und sich die Haare erst im Auto auf dem Weg zur Arbeit kämmen“.

Mein erster Gedanke beim Lesen: Wollen die jetzt Frauen in Trainingshose und löchrigem Hoodie sehen? Mit einer Aktentasche in der Hand und ´ner Baseballkappe auf dem Kopf? Oder doch besser mit unübersehbar fettigem Haar? Zweiter Gedanke: Hey, wie wäre es mit einer Rockerbraut auf ´ner Harley sitzend – natürlich ganz geschäftlich mit Tablet in der Hand? Das wäre doch mal ein Bild! Dann könnte man drunter schreiben, sie habe gerade Mittagspause und sei auf dem Weg, um sich ein Mettbrötchen zu besorgen. Voll der Nerd, aber frei von Klischees! Nix Hornbrille, Pickel und Pizza. Oder vielleicht doch lieber eine Dame ganz in schwarz mit Smokey Eyes und großem Aktenkoffer – Untertitel: Auch Party ist Business.

Schon gut, ich weiß, zu viel Styling wird ja an den Stockfotos kritisiert, denn beispielsweise Karriere-Frauen mit Kindern haben angeblich einen Grund für DEN Schlabberlook schlechthin. Denken die das wirklich? Erwarten sie ungepflegte Frauen mit grässlichen Frisuren und unvorteilhafter Kleidung?

Ich bezweifle es. Edition F steht für selbstbewusste Frauen und lesenswerte Artikel. Wenn sie sich für eine derartige Aktion einsetzen, dann aus guten Gründen. Schauen wir mal genauer hin: Wie sehen Business-Frauen in ihrem Arbeitsalltag tatsächlich aus?

Hm, ich muss gestehen, dass mir eine Antwort darauf nicht leicht fällt. Früher, in den 50er und 60er Jahren wäre es wesentlich einfacher gewesen. Da passten Bleistiftrock und Bluse ziemlich gut. Oder schicke Kleider, wie in der Serie „Mad Men“ und unzähligen Doris-Day-Filmen. Hach, ein Traum. Diese Mode hatte was. Kleidung aus einer Zeit, in der Frauen noch mehr unterdrückt wurden als heute. Ich bewundere das Styling, aber der Rest soll bitte in der Vergangenheit bleiben. Bleistiftröcke und Etui-Kleider gefallen mir sehr (hot!) und ich trage gerne hochhackige Schuhe, weil ich klein nicht besonders groß bin. Doch in langen Bürokorridoren ist flaches Schuhwerk definitiv praktischer. In einem meiner Jobs trug ich gelegentlich auch Jeans und Hoodie. Warum nicht? Wenn es passt….

Beruflich halte ich es für wichtig, sich dem jeweiligen Unternehmen in gewisser Weise anzupassen, ohne den eigenen Stil aufzugeben. Um gute Leistungen bringen zu können, muss man sich in der eigenen Haut wohlfühlen. In einem jugendlichen Team (z.B. Startup) sind Jeans, sportliche Schuhe und T-Shirt oder Hoodie mit dem Unternehmenslogo angebrachter als in einem konservativen Unternehmen. Es spielt eine große Rolle, wo, mit wem und in welcher Position man arbeitet. Das kann man sich in der Regel selbst aussuchen. Doch weg von meiner persönlichen Einstellung, hin zu anderen Frauen.

Schaut man sich in Social Media um, so stellt man schnell fest, dass viele Frauen im Job beispielsweise gerne zwischen Absatz und Turnschuh wechseln. Hier einige Vorlieben von „women in business“:

  • Die erfolgreiche Publizistin und Stadträtin Christine Finke liebt feminine Kleidung.
  • Community-Managerin Magdalena Rogl mag es sportlich und bequem.
  •  Bloggerin Stefanie Leo, die was vom Netzwerken versteht, hat einen Teil ihres Stylings zu ihrem Kennzeichen gemacht: rote Schuhe only.

Apropos Netzwerk – diese Vorliebe scheint ansteckend zu sein:

  •  Die gefragte Buch- und Verlagsexpertin Karla Paul ist übrigens ein gutes Beispiel für Business-Frauen mit coolem Kleidungsstil:
  • PR-Expertin Stephanie Grupe widmet sich dem Thema Mode in ihrem Blog Die Modeflüstern. Sie zeigt sehr schön, dass Stil nicht out ist und man mit jeder Figur geschmackvoll gekleidet sein kann.

 

Ihr merkt es, nicht wahr? Diese Frauen unterscheiden sich voneinander. Es existiert kein einheitlicher Look. Vermutlich ist es genau das, was unsere Zeit auszeichnet: Individualität.

Daher halte ich es für sinnvoll die bereits bestehenden Fotos von Business-Frauen um neue, authentischere zu erweitern. Denn das ist der entscheidende Punkt: Business-Frauen von heute entscheiden selbst, individuell und der Situation entsprechend, wie sie aussehen möchten. Sie gehen gerne ihren eigenen Weg und überzeugen mit Wissen und Können. Jedenfalls hoffe ich das.

Mehr Infos um Fotowettbewerb #WomeninBusiness erfahrt Ihr auf Edition F und hier: „Wir brauchen neue Frauenbilder“.

Empfehlenswerte Links:

 

Nachtrag vom 8.3.16:

Hier das Ergebnis des Wettbewerbs: „So sehen echte Businessfrauen aus!“ (Handelsblatt)

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