Von Retro-Eis bis Klatschblasen: Opa-Enkel-Geschichten

20151002_190116In einer Zeit, in der Väter werktags kaum Zeit für ihre Kinder haben, Mütter ohnehin alles tun, es an Kindergärten und Grundschulen fast ausschließlich weibliches Personal gibt und der Alltag ein schnelles Tempo vorgibt, sind entspannte Opas gefragter denn je.

Mal ehrlich, wer von Euch erinnert sich nicht gerne an seine Großväter? Die meisten Leute, die ich kenne, erinnern sich gerne an die Geschichten, die ihnen ihre Opas erzählten. Anekdoten aus Kindheit und Jugend. Okay, mindestens die Hälfte davon war erfunden, aber das spielt keine Rolle. Meine Großeltern starben leider früh. Daher bin ich dankbar, dass meine Kinder noch alle Großeltern haben.

Mein Vater ist inzwischen Rentner und hat viel Zeit. Das heißt, er KÖNNTE Freizeit haben, doch seine Enkelkinder wissen ja, dass er zu Hause ist. Daher möchte ich mich heute auf den „Rentner-Opa“ konzentrieren. Macht er etwas anders, als es der Kindesvater täte? Spielt der Generationsunterschied dabei eine Rolle – und ist das gut? Ich lasse einige Bilder sprechen.

Retro-Eis

Eines Tages kam mein Vater mit Waffeln und zwei Packungen Eiscreme zu uns. „Wisst ihr Kinder“, sagte er, „als ich so alt wie ihr war, gab es noch keine Eiscafés. In dem Ort, an dem ich damals lebte, stand ein Büdchen mit einem kleinen Fenster, durch das wir Kinder Eis kaufen konnten. Dort gab es nur Eis zu kaufen, aber es standen nicht viele Sorten zur Auswahl. Wir wählten zwischen Kakao- und Vanillegeschmack. Dann nahm der Mann hinter dem Fenster zwei kleine Waffeln in die Hand und platzierte eine Kugel Eis – manchmal auch zwei – zwischen die Waffeln. So aßen wir damals Eis.“ Meine Kids hörten gespannt zu und stellten viele Fragen. Es ist ja auch schwierig, sich eine Zeit ohne Eiscafés vorzustellen. Und so ganz ohne fertig verpackte Eisvariationen im Supermarkt. Schließlich probierten sie es selbst aus und nannten das Ergebnis „Retro-Eis“.

Not macht erfinderisch. Zugegeben, es muss nicht immer die große Not sein. Bei Kindern genügt schon, dass mal das Seifenblasenequipment nicht zu finden ist…. Ihr wisst schon, was ich meine: kleine Seifenblasenbehälter mit gewöhnlicher Pustevorrichtung, herzförmige, runde, ovale, große und kleine Pusteförmchen, Barbies mit Seifenblasenfunktion und alles, was man sich in unserer Kindheit nicht hätte vorstellen können. Tja, was macht man, wenn all diese tollen Sachen irgendwo in einer Stofftasche sind, die man …. verlegt hat? Ich verrate es Euch: Fliegenklatschen und ein Eimer mit Wasser samt Spülmittel genügen. Wirklich. Wir haben es ausprobiert – also meine Kids und deren Opa. Ergebnis: Viel schönere Seifenblasen als mit dem supertollen Equipment aus dem Laden!

Bastelbücher sind eine großartige Sache. Vor allem die Exemplare, die tatsächlich für Kinder machbare Bastelideen enthalten. Wie praktisch, wenn man einen Opa hat, der diese Dinge mit einem umsetzt! Und seien wir mal ehrlich, gemütlich mit dem Großvater zu basteln macht mehr Spaß, als wenn Mama zwischendurch andere Dinge erledigen muss. Außerdem gehen Männer anders an solche Dinge ran. Übrigens lassen sich mit dem Opa auch ohne Vorlage ganz spannende Sachen basteln, völlig spontan:

Ja, so ein Opa in Rente hat auch mitten in der Woche Zeit, um mit seinen Enkeln einen Schneemann nicht nur zu bauen, sondern diesen auch auf dem Schlitten zu ziehen. Durch den halben Ort.

Schön, dass Männer anders ticken als Frauen und Opas ein wenig anders sind als die Väter. Ab und zu sollten wir ihnen dennoch eine Pause gönnen. So lange die Enkelkinder das zulassen …. 😉

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