Der Rabe und die Walnuss

Was nach einer Fabel klingt, ist eine Alltagsbeobachtung. Simpel, kurz und doch … beeindruckend.

Walnüsse

In unserer Nachbarschaft steht ein Walnussbaum. Einst sah ich einen Raben in der Nähe des Baumstamms nach etwas suchen. Der Vogel schien ziemlich beschäftigt. Kurze Zeit später erhob er sich in die Luft. In seinem Schnabel erkannte ich eine Walnuss. Zielsicher flog der Rabe auf ein Garagendach und blieb an dessen Rand stehen. Er blickte in den Abgrund. Unter ihm befand sich ein Steinboden – grau und hart. Der Vogel hob seinen Kopf und schleuderte plötzlich voller Wucht die Nuss hinab. Gemeinsam beobachteten wir, wie die Walnuss auf den Boden fiel. Wenige Augenblicke später flog der Rabe zur Baumfrucht hinunter. Mit dem Schnabel pickte er darauf herum bis er schließlich wieder abhob. Besagte Nuss steckte erneut in seinem Schnabel. Auch diesmal platzierte er sich am Rand des Garagendaches und ließ die Nuss krachend fallen. Diesen Vorgang wiederholte der Rabe so oft bis die Schale aufplatzte. Dann hieß es nur: Guten Appetit.

Erstaunlich, dachte ich, wie einfallsreich dieser Vogel war. Tatsächlich scheinen Raben sehr lernfähige Vögel zu sein. Keine Frage, die Beobachtung hat mir Freude bereitet und mir wurde einmal mehr bewusst, dass man sich in der heutigen Schnelllebigkeit unter permanentem Zeitmangel öfter einige Minuten gönnen sollte, um die eigene Umgebung wahrzunehmen.

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3 Gedanken zu “Der Rabe und die Walnuss

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