Für mich eine Premiere: Beethovenfest 2014

#befespark-AndenkenMusik ist Leidenschaft – in jeglicher Ausprägung. Das weiß und fühle ich. Trotz meiner Liebe zur Musik, war mir das Bonner Beethovenfest nicht bekannt. Rheinkultur (ein anderes Bonner Musikfestival) hatte ich vor Jahren mal genossen – bei strömendem Regen. Unvergesslich schön. Aber Beethovenfest? Nein, da war ich noch nie gewesen. Bis kürzlich. Und nächstes Jahr wird man mich dort bestimmt wieder antreffen. Schuld an allem sind mal wieder die allseits bekannten sozialen Medien. Genauer: Twitter und Facebook. Einige netzaffine Menschen sehe ich auf so gut wie jedem Tweetup. Langsam kennt man sich also. Zu diesen Leuten gehört unter anderem Christof Wolf – auf Twitter als @janiwolf bekannt. Von ihm erfuhr ich, dass im Rahmen des Beethovenfestes das Tweetup #befespark stattfinden würde. Ich gab Entsprechendes in die Suchmaschine ein und fand sofort Informationen, die mir gefielen. Das Tweetup war Teil einer öffentlichen Verantstaltung, an der jeder kostenlos teilnehmen durfte. Wer zum Bonner Marktplatz kam, konnte per Live-Streaming einem Konzert folgen. Lediglich fürs Tweetup musste man sich anmelden… Am 7. September saß ich also mitten auf dem Bonner Marktplatz – zusammen mit etwa 24 anderen Twitterern. Von nettem Personal mit Speisen und Getränken versorgt, blickten wir auf eine große Leinwand, sahen und genossen Beethovens 1. bis 3. Symphonie. Bei Orchester und Dirigent handelte es sich um niemand geringeren als dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Andris Nelsons.

Während die Musiker in der Beethovenhalle auftraten, saßen wir unter freiem Himmel – mit Steckdosen unter den Tischen – und ließen unsere Gesichter von Smartphones beleuchten. Alles normal. Allerdings war es vermutlich nie zuvor so leise auf dem Marktplatz gewesen, denn alle Leute hörten gebannt zu. Selbst Kleinkinder beklagten sich nicht und Säuglinge schliefen ruhig. Augenblicklich bereute ich, meinen Kleinen nie Beethoven vorgespielt zu haben, als sie Koliken hatten oder einfach nicht einschlafen konnten. Vielleicht wäre DAS die Lösung gewesen. Zu ihrem Leid hatten sich meine Kinder meinen Gesang anhören müssen. (Nein, das war nicht die Ursache! Hoffentlich.)

Ehrlich gesagt, war ich froh draußen zu sitzen. Der Blick auf die Leinwand ermöglichte uns, dem Dirigenten ins Gesicht zu sehen. Wer Andris Nelsons kennt, weiß was das bedeutet: Unterhaltung pur. Der Mann ist großartig! Allein seine Mimik …. Aber auch die Kommunikation zwischen Musikern und Dirigent war faszinierend gut zu beobachten und sehr interessant. Ich schaue Menschen beim Musizieren gerne zu, weil sie die Gefühle, die sie „spielen“ auch wirklich zu durchleben scheinen. Sie lassen sich auf die Musik ein und stecken uns Zuschauer und Zuhörer damit an.

Dieses Tweetup war ein Genuss. Einfach alles stimmte. Atmosphäre, Location, Wetter, Leute – und natürlich die Musik. Ich möchte jedem ans Herz legen, mal dorthin zu fahren und den Abend zu genießen. Man kann sich an die Außentische der Lokale setzen, einen eigenen Hocker mitbringen oder vor Ort kaufen, aber auch einfach stehen bleiben – Ton und Bild auf sich wirken lassen.

Für mich hatte der bereits unvergessliche Abend einen weiteren Pluspunkt: Mein Mitwirken am Tweetup wurde mit zwei Freikarten für ein weiteres Konzert des Beethovenfestes belohnt. Ich durfte mir das Event sogar selbst aussuchen und entschied mich für „Canadian Brass“ – ein kanadisches Quintett, das Blasinstrumente spielt. Klassik über Beatles bis Jazz… Ich war neugierig. Letzten Freitag saß ich also zum zweiten Mal diesen Monat in einem Konzert und genoss auch dieses sehr. Die Musiker erwiesen sich als coole Typen, die genauso hätten Komiker werden können. Mal überzeugten sie als Protagonisten von Georges Bizets Oper „Carmen“, mal beim Spielen von Beatles´ „Penny Lane“… Zwischendurch mischten sie sich ins Publikum, nutzten iPads statt Notenblättern und gaben sich auch sonst ganz lässig. Zwei Zugaben und Standing Ovations zeigten, dass ich nicht als Einzige begeistert war.

Jedes der Events, die im Rahmen des Beethovenfestes stattfinden, wird vom sogenannten „Beethovenfest Report“ (@befeboreporter) bei Twitter kommentiert. Die Person hinter dem Account wechselt von Veranstaltung zu Veranstaltung. Am besagten Tag war Christof Wolf als @befeboreporter unterwegs. Ich fragte ihn kurzerhand, wie sich das anfühlt.

Er verriet auch, dass er mit den Tweetups Kunst und Kultur besonders emotional erlebe – durch „Nähe und Blick hinter die Kulissen“. Nach dem Konzert gaben die sympathischen Musiker Autogramme und beantworteten gerne Fragen. Eine willkommene Gelegenheit für den Reporter des Abends:

Doch man muss weder bei Twitter mitmischen noch ein Reporter sein, um Freude am Beethovenfest zu haben. Mich hat an beiden Abenden überrascht, wie viele junge Menschen im Publikum saßen. Die Kinder und Jugendlichen sowie Familien mit noch ganz jungem Nachwuchs lauschten gebannt und applaudierten begeistert. Musik verbindet. Jetzt zählt für mich das Beethovenfest Bonn zu den Events des Jahres.

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