Pink ist auch keine Lösung

Ist Pink gut für die Verkaufszahlen? Bevorzugen Frauen pinke Buchcover, Überschriften und pinke Geräte? Sehnen wir uns womöglich nach pinkem Corporate Design von Tageszeitungen und Fachmagazinen? Kein Witz! Derartige Fragen begegnen mir seit Anfang des Jahres zunehmend. Nicht auf der Straße und auch nicht im Freundeskreis, wohl aber bei Twitter und anderen sozialen Netzwerken.

„Och“, stöhnte ich beim Anblick dieses Tweets kurz nach dem sonntäglichen Frühstück auf dem Balkon. Nichts gegen pink und rosa, aber den Unterton, Frauen stünden auf pinke Gerätschaften, halte ich doch für etwas nervig. Ich bin gerne handwerklich tätig, ohne pinkes Werkzeug (das inzwischen auch von Top-Marken angeboten wird). Anscheinend musste ich diese Gedanken laut ausgesprochen haben, denn meine bessere Hälfte meldete sich zu Wort: „Pinke Rasenmäher gibt es nur, weil sie gekauft werden.“ Marktwirtschaft, Kapitalismus – schon klar. Für mich stellte sich daher die Frage, wer dieses Zeug kauft. Männer für ihre Frauen? Katzenberger-Fans? Barbie-Nostalgiker? Ich jedenfalls nicht.

Gut, bei uns mäht der Hausmeister den Rasen, aber selbst wenn ich das tun müsste, würde ich keinen… Einen roten Rasenmäher mit weißen Punkten vielleicht, aber nur um ein wenig aus der Reihe der dunklen Grasfresser zu fallen… Rein theoretisch, versteht sich. Eventuell. Und passend zum Produkt der Spruch: Bring ein wenig Farbe in deinen grauen Alltag! Obwohl, mein Alltag ist gar nicht grau. Mit Kindern ist so ein Alltag ganz schön bunt – nicht selten NEONFARBEN.

„Ich würde einen pinken Rasenmäher kaufen, wenn es eine Elvis-Edition gäbe: V8-Motor, viel Chrom und ausladende Heckflossen“, fügte mein Mann plötzlich hinzu. Ich beschloss, das Thema zu wechseln.

WIRD SCHWARZE DRUCKFARBE KNAPP?

Angefangen hat das alles am 2. Februar diesen Jahres. Bei Twitter regte Roland Tichy, Chefredakteur der WirtschaftsWoche, mit seiner Bemerkung (samt Foto) zu erstaunlichen Gedankengänge an:

Die WiWo in Pink?

Die WiWo in Pink – man mag es sich nicht vorstellen. Oder? Bedenkt man, dass das Logo der österreichischen Tageszeitung DER STANDARD pink ist, wirkt der Gedanke möglicherweise weniger abwegig. Zum Glück stellt sich die Frage nicht wirklich.

FRAUENZEITSCHRIFTEN – PROBLEME IN PINK

Werden Frauenmagazine wegen ihrer in Pink und Rosa gehaltenen Aufmachung gelesen? Wohl kaum. „Nicht aufgrund, sondern trotz dieser Farben“, würde zumindest meine Antwort lauten. Wer weiß, vielleicht bin ich seltsam. Ich lese, was mich inhaltlich anspricht. Gerne auch reinen Weiberkam, also das, was der Prototyp von einem Mann ausschließlich zu rein wissenschaftlichen Zwecken kaufen würde. Doch gewisse Ansprüche darf auch Frau haben. Mein momentan liebstes Frauenmagazin (Print) nennt sich emotion. Ich bevorzuge es, weil es …

nicht zu 70 % aus Mode- und Kosmetik-Werbung besteht,

nicht Diäten an die Frau bringen möchte, sondern

… frauenfreundlich ist,

… viele lesenswerte Artikel bietet,

… Karriere-Tipps von erfahrenen und erfolgreichen Frauen sowie die Rubrik „Mentorin“ enthält,

… dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf realistisch begegnet und

… durchaus auch den Horizont erweitert oder inspiriert.

Mich spricht die Kombination aus Unterhaltung und Information an – ein Mix aus Themen, die das Privat- und das Berufsleben betreffen. Wenn ich beispielsweise 5 Euro für ein Magazin bezahle, möchte ich nicht nur Bilder sehen, sondern auch etwas zum Lesen haben, doch nicht irgendwas. Input ist das Stichwort. Ob ich abnehmen sollte, merke ich, wenn mir die Hosen zu eng werden – dafür brauche ich keine mehrköpfige Redaktion. Auch wie man (in den meisten Fällen) etwas am eigenen Körpergewicht ändern kann, ist kein Geheimnis: Sport und ausgewogene Ernährung. Übrigens gibt es Frauen mit dem umgekehrten Problem. Sie wollen zunehmen, schaffen es jedoch nicht, doch darüber schreibt niemand.

Würde die Welt untergehen, wenn unter dem Foto eines unverkennbar abgemagerten Models, an dem die Kleidung hängt, statt sitzt, stünde, was Fakt ist? Muss da die Lüge „wunderschön“ als Anmerkung stehen und Mädchen sowie Frauen zu hirnrissigen Vergleichen mit sich selbst anregen? Zu diesem Thema könnte ich noch viel schreiben, verschone Euch jedoch. Für heute. Umso lieber verweise ich auf einen öffentlichen Brief von Carolin Kebekus. Die Komikern richtet sich darin an Frauenzeitschriften und lässt allen Frust, den vermutlich sehr, sehr viele Leserinnen mit ihr teilen, gekonnt raus. Veröffentlicht wurde „Liebe Brigitte, ich hasse dich!“ in – genau! – der BRIGITTE, was wiederum für die Zeitschrift spricht.

 

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