Verpasste Gelegenheit? – Die sinnliche LP

Einen Plattenspieler im Header zu haben ist das eine, tatsächlich LPs zu hören ist etwas anderes. Was als schönes Deko-Objekt betrachtet werden kann, ist bei mir kein Schmuckstück, sondern in Gebrauch. Nicht täglich, aber immer wieder gerne lege ich alte und neue LPs auf. Musik ist für mich etwas Essentielles und die LP ein ganz besonderes Medium zu deren Vermittlung. Umso erstaunter stellte ich fest, den Tag der Schallplatte verpasst zu haben. Das wäre doch die Gelegenheit zum Bloggen gewesen… Ach was, dann mache ich es jetzt.

Am 12. August wurde sie gefeiert – mehr oder weniger. Die Geschichte der Schallplatte lässt sich hier nachlesen und dass sie längst nicht nur in den Händen von Rentnern oder DJs (ein Zusammenhang ist nicht beabsichtigt) landet, ist kein Geheimnis mehr. Wer das dennoch bezweifelt, braucht sich nur anzuschauen, welche aktuellen Alben auch auf LP erschienen sind.

Selbst in meinem bescheidenen Plattenregal lassen sich diverse Genres finden: deutscher sowie englischsprachiger Pop, Rock, Hip Hop, Disco, Funk, (Heavy) Metal, Jazz, Jungle, Drum´n´Bass, Lounge, Schlager, (Brazil) Elektro, etc. Sowohl wenig bekannte Künstler als auch angesagte Stars wie Lady Gaga findet man hier genauso wie zum Beispiel Rodney Hunter, die Beastie Boys oder die Beatles. Vielseitigkeit ist menschlich.

Klar gibt es das alles auch auf CD. Diese handlichen, praktischen und quadratisch verpackten Dinger nutze ich sogar öfter als das schwarze Gold (die LP). Doch die große Scheibe hat etwas, das der kleinen CD – von MP3 ganz zu schweigen – fehlt: Sinnlichkeit. Man zieht eine LP aus ihrer Hülle, legt sie auf den Plattenteller, schwingt den Tonarm… Eine CD wirft man in die Schublade – fertig. Allein schon die Plattenhüllen sind häufig ein Kunstwerk an sich und machen viel mehr her als die schnöde Plastik-Verpackung einer CD. Es geht nicht darum, sie vorzuzeigen, denn im Plattenschrank fallen Cover und Haptik nicht auf. Ich spreche von dem Gefühl beim Herausnehmen, Auflegen und Umdrehen der Platte. Man hat einen direkten Kontakt mit der Musik – sieht jede Rille… Kurz: Es ist auch cool.

Leute, die über Plattenspieler-Besitzer lachen, wird es wohl immer geben. Aber wer würde sich auf der ISH neben die Kaminöfen stellen und die potenziellen Käufer auslachen, nur weil es Zentralheizungen gibt? CD sowie MP3 sind gut und ich nutze sie gerne, aber die LP hat – wie viele ältere Erfindungen – ihre eigenen Vorzüge.

Doch auch ich staune hin und wieder darüber, wie angesagt die Schallplatte noch bzw. wieder ist. Gestern, kurz bevor ich zum Sport-Training musste, wurde mir überraschenderweise eine LP gebracht. Dabei handelte es sich um das aktuelle Daft Punk-Album „Random Access Memories“. Was kurz darauf aus den Lautsprechern erklang, brauche ich wohl nicht zu erläutern. Auch ohne ein Fan dieser Formation zu sein, weiß ich ihre Musik zu schätzen und holte daher auch ihr erstes Album „Homework“ von 1997 (links im Bild) aus dem Regal, um beide miteinander zu vergleichen.

DuftPunk

Die passende Einstimmung aufs Training war es nicht, denn dafür ist das neue Album bis auf wenige Stücke etwas zu schwermütig. Eine Freude war es jedoch allemal – und ich habe (nicht nur) zu „Get lucky“ getanzt.

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