So ist das Leben

Und täglich grüßt das Murmeltier…. Nein, nicht täglich, aber jährlich. 2013 hat für mich wie 2012 begonnen: mit Geburtstagen und (bisher) einer Beerdigung. An die Geburtstage habe ich mich gewöhnt. Im Januar, Februar und März heißt es fast jedes Wochenende: It´s party time! Im Grunde genommen ist für meine Familie und Verwandtschaft ab Weihnachten bis Ostern pure Völlerei angesagt. Fressorgien. Da freuen wir uns alle auf die Fastenzeit vor Ostern, die uns eine – wenn auch nur kleine – Pause vom übermäßigen Essen erlaubt. Süßkram wie Torten und Kuchen will dann keiner von uns sehen.

Was für die Partys gilt, trifft keineswegs auf Beerdigungen zu. An diese kann und möchte ich mich nicht gewöhnen. Dennoch startete dieses Jahr wie schon das zuvor. Ein einzelner Tag konnte zur emotionalen Herausforderung werden. Nehmen wir zum Beispiel einen der letzten Samstage.

Mittag: Krankenbesuch im Krankenhaus – mit dem Bewusstsein, dass man die betreffende Person höchstwahrscheinlich zum letzten Mal sieht. Abend: Rauschende Fete zum 60. Geburtstag meines jüngsten und rockigsten Onkels.

Von einem zutiefst erschütterten, heulenden Etwas zum tanzenden Partygast – am gleichen Tag. C´est la vie und doch hart.

Gestern dann die Beerdigung und meine Gedanken um das Leben kehrten zurück. Vor einigen Jahren vertrat ich die Überzeugung, dass die besten und liebsten Menschen stets jung starben und die besonders nervigen, blöden und egoistischen Zeitgenossen alle überlebten. Es lässt sich nunmal nicht bestreiten, dass mehrere mir bekannte und äußerst liebenswerte Personen jung starben. Zwei davon mit 44. Diese Woche jedoch, starb eine mir sehr liebe Frau, die das Glück hatte 89 (fast 90) Jahre alt zu werden. Sie hat immer zuerst an ihre Mitmenschen gedacht – nicht an sich selbst. Ich habe sie bewundert und tue es auch weiterhin. Gerne hätte ich mehr Zeit mit ihr verbracht, aber das lässt sich rückwirkend nicht ändern und der Gedanke, dass sie immerhin ein vergleichsweise langes Leben hatte, tröstet mich.

Heute erfuhr ich, dass ein netter, aufmerksamer Nachbar im Sterben liegt. Auch er wird eine Lücke hinterlassen. Leben und Tod, Sinn des Lebens – Gedanken, die man sich immer wieder mal macht. Weinen und tanzen – beides gehört zum Leben. Das müssen wir akzeptieren, aber einfach ist es nicht.

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